Psychoanalyse Netzwerk
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Psychoanalyse

Psychoanalyse. Was ist das?
Die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen aus Sicht der psychoanalytischen Theorie.
Anwendungen der Psychoanalyse.

 

Psychoanalyse. Was ist das?

Psychoanalyse: ein verlässliches Modell.

Die Psychoanalyse ist die wissenschaftliche Methode der Seelenkunde, die das Unbewusste als einen wichtigen Motor des Seelenlebens systematisch erforscht.
Die Grundgedanken der Psychoanalyse gehen auf die Arbeiten von Sigmund Freud zurück. Im Laufe der letzten 100 Jahre wurden sie weltweit von zahlreichen Ärzten und Psychologen überarbeitet und ergänzt.
So stellt die Psychoanalyse heute ein verlässliches und höchst aktuelles Modell dar für das Verstehen des menschlichen Gefühlslebens und die Entstehung von Störungen im seelischen Haushalt. 

Verschiedene Therapieformen.

Dieses Modell bietet die Grundlage für unterschiedliche Therapieformen, die als Einzel- oder Gruppenpsychotherapie, für Erwachsene, Jugendliche und Kinder durchgeführt werden.
Darüber hinaus bietet die Psychoanalyse ein Modell der Kulturtheorie, das sowohl von anderen Wissenschaften wie etwa der Soziologie, der Medien- oder der Neurowissenschaft genutzt wird als auch im Bereich der Kunst, der Literatur oder im Alltagsleben seine Bedeutung hat und so auf vielfältige Weise in unser westliches Denken integriert ist.

Intensive Forschungen.

Psychoanalytiker haben sich in den letzten Jahrzehnten eingehend der Behandlung von psychisch kranken Menschen gewidmet und auch in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen intensiv geforscht.
Das hat zu wichtigen Erkenntnissen über die Bedeutung von Beziehungen des Menschen zu wesentlichen Personen seiner Biographie geführt.
Es ist auch klar geworden, dass nicht nur unverarbeitete traumatische Erfahrungen aus der frühen Kindheit Ursache von psychischen und körperlichen Erkrankungen werden können.
Auch im Erwachsenenleben können Traumatisierungen, die etwa durch Krieg, Verfolgung, Verbrechen oder massive persönliche Kränkungen ausgelöst werden, zur Ursache von psychischen und körperlichen Störungen werden, die mittels einer Psychoanalyse aufgearbeitet werden können.
Die Forschungsergebnisse zur Psychoanalyse und ihren Grundthesen sind in den letzten Jahren auch durch die modernen Neurowissenschaften nachvollzogen und aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive her verstanden und erweitert worden.
 

Die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen aus Sicht der psychoanalytischen Theorie.

Das Unbewußte.

Die Psychoanalyse geht davon aus, dass es in der seelischen Struktur des Menschen Bereiche gibt, die dem bewussten Denken nicht zugänglich sind. Sie versteht das Unbewusste als einen Bereich, der zwar dem direkten Zugriff durch das bewusste Denken verschlossen ist, der sich aber dennoch in die Gefühle einbringt und dadurch alle Handlungen, Begegnungen, Beziehungen und Wünsche des Menschen entscheidend beeinflusst. Bewusst sind dabei nur die Spuren des Unbewussten: in immer wiederkehrenden Mustern des Erlebens und Verhaltens, in Träumen, in Symbolen und kulturellen Traditionen.

Es, Ich, und Über-Ich.

Nach der psychoanalytischen Theorie wird die Persönlichkeit des Menschen durch das Zusammenspiel von bestimmten seelischen Instanzen geformt.
Das Es gilt als Bereich der triebhaften, biologisch festgelegten emotionalen Bedürfnisse, die unbedingt nach Befriedigung drängen.
Im Über-Ich und „Ich-Ideal“ sind gesellschaftliche, moralische und familiäre Regeln, Werte, Normen und Idealvorstellungen über sich selbst vertreten.
Das Ich hat eine Mittler- und Filterfunktion zwischen diesen Instanzen. Es sorgt dafür, dass einerseits die Es-Impulse zu einer gewissen Befriedigung kommen, alles aber im Rahmen der realistischen Möglichkeiten des Alltags bleibt und den Ansprüchen des Über-Ich genügt.
Dieser Vermittlungsprozess des Ich kann je nach Persönlichkeit zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen und entsprechenden Verhaltens- und Erlebensweisen führen: mehr Es-haft bei dem einen Menschen, mehr Über-Ich-betont bei dem anderen.

Die Persönlichkeitsentwicklung.

Im Laufe der Kindheit und Jugend eines Menschen formt sich seine Persönlichkeit auf der Grundlage seiner biologischen Anlagen und unter dem Einfluss seiner Familie und der Gesellschaft. Dabei durchläuft jeder Mensch eine Reihe von lebensgeschichtlich vorgegebenen Entwicklungsphasen. In diesen Phasen sind jeweils unterschiedliche Grundbedürfnisse besonders ausgeprägt, und es reifen bestimmte phasentypische Fähigkeiten auf körperlicher und seelischer Ebene heran. Zu solchen Phasen gehören etwa das Gestilltwerden, das Allein-essen, das Laufenlernen, das Sprechen, die Reinlichkeitserziehung und weitere Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen.
In jeder Lebensphase kann es zu Entwicklungsproblemen kommen, die sich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben als seelische Konflikte auswirken können.

Der unbewußte Konflikt.

Die Psychoanalyse geht davon aus, dass jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung ständigen Entscheidungskonflikten ausgesetzt ist. In der Regel können diese Konflikte gut gelöst werden. Es kann aber auch passieren, dass die Entscheidungen, die getroffen werden müssen, zwangsweise zustande kommen, unter starkem inneren oder äußeren Druck. Wenn das geschieht, kann es vorkommen, dass der Mensch dem Thema seines inneren Entscheidungskonflikts auch im weiteren Verlauf seines Lebens verhaftet bleibt.
Damit dieser sogenannte Komplex den Seelenhaushalt nicht andauernd stört, wird der ungelöste Konflikt abgewehrt und ins Unbewusste verschoben.
Hierzu nutzt die Seele eine ganze Reihe von Abwehrmechanismen. Zu den bekanntesten gehören Verdrängung, Verleugnung, Projektion, Identifikation, Spaltung, Wendung gegen das Selbst und psychosomatische Reaktionen. Aus dem Unbewussten jedoch drängt der Komplex nach wie vor nach einer Lösung. So entstehen Wiederholungsmuster, spezifische Persönlichkeitszüge, Symptome oder seelische Krankheiten.
 

Anwendungen der Psychoanalyse

Wenn die abgewehrten unbewußten Konflikte zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der psychischen und/oder körperlichen Gesundheit und zu schwerwiegenden Problemen in den Beziehungen und im Beruf führen, dann ist analytische Psychotherapie eine geeignete und erfolgversprechende Behandlungsform.
Da solch schwere Beeinträchtigungen in unserem Gesundheitssystem als Krankheit anerkannt werden, wird die Behandlung von den Krankenkassen bezahlt (siehe Rahmenbedingungen).
Die Psychoanalyse ist aber nicht nur ein Therapieverfahren, sondern eignet sich auch, um unbewusste Prozesse in sozialen Gruppen, Institutionen, in Gesellschaft, Kultur und Kunst zu verstehen. Daraus leiten sich weitere Anwendungen ab, z.B. als Supervision und Organisationsberatung, sowie in der Literatur- und Kunstwissenschaft, der Ethnologie, Soziologie und Kulturtheorie.
 

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