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Organisatorische Rahmenbedingungen und Kosten für Psychotherapie - ein Überblick

 

Welche Arten von psychoanalytisch begründeten Behandlungen bezahlen die Gesetzlichen Krankenkassen?

Außerdem gibt es zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Entspannungsmethoden oder Hypnose.
Analytische Psychotherapie wird von psychotherapeutisch qualifizierten Ärzten, zum Beispiel Fachärzten für Psychotherapeutische Medizin, von Psychologischen Psychotherapeuten und von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten durchgeführt. Für psychoanalytische Therapie ist eine psychoanalytisch ausgerichtete Qualifikation notwendig.

Behandlungsdauer und Frequenz.

Eine analytische Psychotherapie kann innerhalb weniger Wochen erfolgreich abgeschlossen werden oder mehrere Jahre dauern. Wie lange eine analytische Psychotherapie dauert, hängt davon ab, wie intensiv an einem Problem gearbeitet werden muss. Die Sitzungen können ein- bis viermal pro Woche stattfinden.

Vorgespräche.

Jeder Patient, der bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, hat das Recht, auf Kosten der Krankenkasse Vorgespräche mit einem, wenn nötig auch mehreren Psychotherapeuten zu führen. Zuzahlungen oder Privatabrechnung sind nicht notwendig.
In den Vorgesprächen bekommt der Psychotherapeut im Rahmen der Diagnostik einen ersten Einblick in die möglichen Ursachen der Probleme und klärt die Behandlungsmöglichkeiten ab. Die Probesitzungen dienen auch der Prüfung, ob Patient und Psychotherapeut miteinander ins Gespräch kommen und miteinander arbeiten können. Es ist nicht sinnvoll, eine Behandlung zu beginnen, wenn sich kein rechtes Vertrauen aufbaut oder wenn schon zu Anfang der Widerstand gegen den Psychotherapeuten und/oder die Methode zu groß ist.

Antrag auf Kostenübernahme.

Sind Patient und Psychotherapeut in den Vorgesprächen übereingekommen, eine Therapie zu beginnen, stellt der Patient bei seiner Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme.
Der Psychotherapeut schreibt dazu einen Bericht, in dem er die geplante Behandlung begründet.
In anonymisierter Form wird dieser Bericht an einen Fachgutachter weitergeleitet, der dann der Krankenkasse empfiehlt oder davon abrät, die Kosten der Behandlung zu übernehmen.
Die Krankenkasse bewilligt eine bestimmte Anzahl von Sitzungen. Bei Bedarf kann später ein Fortführungsantrag gestellt werden.

Terminvereinbarungen.

Für den erfolgreichen Verlauf einer Therapie ist es wichtig, dass die Sitzungen regelmäßig stattfinden. Daher vereinbart der Psychotherapeut mit seinem Patienten feste Termine.
Diese Termine sind ausschließlich für den Patienten reserviert. Wenn ein Patient zum vereinbarten Termin nicht erscheint, bedeutet das für den Psychotherapeuten einen Verdienstausfall. Deshalb treffen die meisten Psychotherapeuten mit ihren Patienten Vereinbarungen für das Absagen von Terminen und das Bezahlen eines Honorars für ausgefallene Stunden.

Abrechnung von Psychotherapie bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ist der Patient gesetzlich krankenversichert, erfolgt die Abrechnung einer Psychotherapie mit Hilfe der Krankenversichertenkarte über die Kassenärztliche Vereinigung.
Für eine genehmigte Therapiesitzung von 50 Minuten erhält ein Psychotherapeut derzeit etwa 80 Euro; darin sind sämtliche zusätzlichen Tätigkeiten im Rahmen der Praxisführung, wie Dokumentation, Büroarbeit, Supervision usw., enthalten. Für Vorgespräche fällt das Honorar niedriger aus.

Besonderheiten bei Beihilfe und privaten Krankenversicherungen.

Bei der Beihilfe und einigen privaten Krankenversicherungen sind die Durchführung und die Kostenübernahme grundsätzlich ähnlich geregelt wie bei den gesetzlichen Krankenkassen.
Bei den meisten privaten Versicherungen kommt es allerdings auf den vereinbarten Tarif an: Oft wird nur eine eingeschränkte Anzahl von psychotherapeutischen Sitzungen erstattet, zum Beispiel 20 Sitzungen im Jahr inklusive der Vorgespräche.

Abrechnung bei Beihilfe und privaten Krankenversicherungen.

Der Psychotherapeut stellt dem Patienten die therapeutischen Leistungen direkt in Rechnung, zum Beispiel am Ende des Monats oder am Ende des Quartals.
Der Patient ist verpflichtet, die Rechnung umgehend zu begleichen.
Die Rechnung reicht der Patient seiner Versicherung bzw. der Beihilfe zur Erstattung ein.
In der Regel werden pro Sitzung von 50 Minuten etwa 90 Euro in Rechnung gestellt (2,3-facher GOÄ-Satz); darin sind sämtliche zusätzlichen Tätigkeiten im Rahmen der Praxisführung, wie Dokumentation, Büroarbeit, Supervision usw., enthalten.
Weitere Leistungen, wie zum Beispiel Anamnese, psychischer Befund und Antragstellung, können in Rechnung gestellt werden.

Schweigepflicht und Datenschutz.

Sämtliche Inhalte der therapeutischen Gespräche werden streng vertraulich behandelt. Dazu gehört auch die Tatsache, dass jemand in Behandlung ist.
Für Auskünfte an Dritte von Seiten des Therapeuten ist immer das Einverständnis des Patienten erforderlich.
Wichtig zu wissen: Der Bericht an den Gutachter zur Kostenübernahme ist bei den gesetzlichen Krankenkassen anonymisiert, bei der Beihilfe und der privaten Krankenversicherung jedoch meistens nicht.
Psychoanalytiker nehmen als Maßnahme der Qualitätssicherung in der Regel Supervision in Anspruch, um die Behandlungen zu überprüfen und zu verbessern; in der Supervision werden keine Namen genannt, und es wird dafür gesorgt, dass Patienten nicht identifizierbar sind.
 

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