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Supervision

Was ist psychoanalytische Supervision?
Wann ist eine Supervision hilfreich?
Wie verläuft eine Supervision?
Wie lange dauert eine Supervision?
Gibt es eine Schweigepflicht?
Was kostet eine Supervision?

 

Was ist psychoanalytische Supervision?

Grundsätzlich bedeutet Supervision, dass sehr erfahrene Menschen ihre Kompetenz in ihren berufsspezifischen Feldern beratend zur Verfügung stellen.

Supervision: zentraler Baustein psychoanalytischen Handelns.

Psychoanalytische Supervision gibt es, seitdem es psychoanalytische Behandlungen gibt, seitdem Psychoanalytiker nach einem definierten theoretischen Modell zu Therapeuten ausgebildet werden.
Die begleitende Supervision, hier Kontrollanalyse genannt, ist ein zentraler Baustein psychoanalytischen Handelns in Therapie und Forschung.
Damit kann die Psychoanalytische Supervision auf eine knapp hundertjährige Tradition zurückblicken.
 

Wann ist eine Supervision hilfreich?

Wir wissen aus der klinischen Erfahrung, wie stark unsere Wahrnehmung von uns selbst und von anderen sowie unsere Interaktionen und Entscheidungen von unbewussten Prozessen determiniert werden.
Diese Prozesse, die wir nicht unmittelbar beobachten und steuern können, treten auf unterschiedliche Weise in Erscheinung, häufig in Form von Konflikten und Spannungen, aber auch in Form von Sympathien oder Gefühlen des Vertrauens.
Psychoanalytische Supervision hilft, Interaktionen im persönlichen und im beruflichen Umfeld wahrzunehmen, sie zu verstehen und somit den Handlungsspielraum und die Kompetenz zu erweitern oder im Sinne des Selbstschutzes Grenzen setzen zu lernen.
Eigene, in der Kernpersönlichkeit verborgene Wahrnehmungs- und Verarbeitungsmuster können aufgedeckt und somit einer förderlichen Veränderung zugänglich gemacht werden.

Supervision hilft Menschen in Führungspositionen und in sozialen Berufen.

In der Regel wird in Führungspositionen eine herausragende fachliche Kompetenz vorausgesetzt. Tatsächlich aber wird der größere Teil bei Entscheidungsprozessen nicht durch die fachliche Kompetenz bestimmt, sondern durch den Faktor Mensch.
Insofern kann psychoanalytische Supervision besonders hilfreich und nutzbringend sein für Menschen in Führungspositionen, wie etwa Anwälte, Richter, Ärzte, Psychotherapeuten oder Lehrer, aber auch für Menschen, die in sozialen Berufen oder in kirchlichen Institutionen arbeiten.
In der psychoanalytischen Supervision steht der Einzelne mit seiner bewussten und unbewussten Interaktion innerhalb der Hierarchie seiner Gruppe und seiner Institution im Zentrum der Reflexion.
Grundsätzlich kann psychoanalytische Supervision für alle beruflichen Felder nützlich sein, in denen es in besonderem Maße auf soziale Kompetenz ankommt.

Supervision hilft, die Qualität eines Unternehmens zu verbessern.

Sowohl in der Industrie als auch im Bereich der Dienstleistung und der Verwaltung rücken sogenannte „Social Goods“ immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Unternehmer erkennen, dass Effektivität und Erfolg eines Unternehmens nicht allein von technischen Verfahren und vom Einsatz fortschrittlicher Kommunikationsmöglichkeiten abhängen, sondern in hohem Maße von der sozialen Kompetenz, die in einem Unternehmen herrscht.
Diese soziale Kompetenz zu verbessern, dafür ist die Psychoanalytische Supervision eine Schlüsselmethode.
 

Wie verläuft eine Supervision?

Die Vorgespräche.

Am Anfang einer Supervision steht, ähnlich wie in der analytischen Psychotherapie, ein Beratungsgespräch, in dem die Ziele, Ort und Zeit, Frequenz und Dauer sowie das Honorar besprochen werden.
Eine klare Abgrenzung zwischen Supervision und Therapie muss getroffen werden.
In der Regel werden einige Vorgespräche vereinbart, nach deren Ablauf eine feste Supervisionsvereinbarung getroffen wird.

Einzelsupervision und Gruppensupervision.

Ähnlich wie bei den psychoanalytischen Behandlungen, die entweder einzeln oder in einer Gruppe stattfinden können, gibt es die psychoanalytische Supervision als Einzelsupervision oder als Gruppensupervision.

Wann ist eine Einzelsupervision sinnvoll?

Die Einzelsupervision kann sinnvoll sein, um über die fachlichen Kompetenzen hinaus auch die eigenen Beziehungskompetenzen zu erweitern und zu entwickeln, etwa als:

  • fachliche Begleitung bei differenzierten professionellen Prozessen, wie z.B. psychotherapeutischen Behandlungen
  • Unterstützung bei krisenhaften Entwicklungen im beruflichen Umfeld, wie z.B. Mobbing
  • Unterstützung beim Wechsel einer verantwortlichen Positionen, auch aus der Arbeitslosigkeit heraus.
  • Hilfe bei der Integration und Umsetzung von Fort- und Weiterbildungsprozessen in den beruflichen und sozialen Alltag.

Einzelsupervision kann aber auch sinnvoll sein bei

  • Generationenwechsel innerhalb eines Unternehmens
  • Zusammenführung mehrerer Unternehmensteile mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen
  • interkulturellen Problemen im Betrieb
  • unternehmerischen Auslandsbeziehungen.

Wie verläuft eine Gruppensupervision?

Es gibt zwei Arten von Gruppensupervision.
Eine Möglichkeit besteht darin, dass Menschen aus ähnlichen Berufen, die jedoch in unterschiedlichen Institutionen oder Firmen arbeiten, zusammenkommen, um in einer festen, kontinuierlich arbeitenden Gruppe die Interaktionen in ihren Institutionen und mit ihren Mitarbeitern zu reflektieren.
Eine Sonderform dieser Art von Gruppensupervision sind ärztliche Balintgruppen. Hier wird die Interaktion zwischen Arzt und Patient reflektiert mit dem Ziel, die Diagnose und die Behandlungsindikation zu verbessern.
Die andere Möglichkeit ist, dass die Gruppe aus einer Abteilung eines Unternehmens oder einer Institution besteht, z.B. aus allen Mitarbeitern einer Beratungsstelle. Im Rahmen einer solchen Supervision kann die Reflexion der internen Dynamik das Ziel sein, die sehr stark von der jeweiligen Aufgabenstellung der Abteilung mitbestimmt wird.
Im Falle einer Gruppenvision im klinischen Bereich ist auch eine fallbezogene Supervision möglich mit dem Ziel einer verbesserten Indikation, Diagnosestellung und Reflexion des Behandlungsverlaufes bei einzelnen Patienten.
 

Wie lange dauert eine Supervision?

Eine Supervision kann eingesetzt werden als kurze Krisenintervention, aber auch als eine Begleitung im beruflichen Alltag über einen Zeitraum von mehreren Wochen, Monaten oder Jahren.
 

Gibt es eine Schweigepflicht?

Wie in der psychoanalytischen Behandlung, so besteht auch in der Supervision eine Schweigepflicht. Sämtliche Inhalte der Gespräche werden streng vertraulich behandelt. Das gilt für Einzel- und Gruppensupervision gleichermaßen.

Was kostet eine Supervision?

Das Honorar für eine Supervision sollte am Anfang vereinbart werden.
Es gibt ein großes Spektrum, wobei als Untergrenze der Stundensatz für eine Krankenkassenbehandlung anzusehen ist.
 

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